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Vom 14.02.2021

Ihr lieben Schwestern, liebe Brüder,
„Corona“ fuhr uns in die Glieder.
Dies Virus hat im Griff uns all -
man fühlt sich wie im Jammertal.

Corona uns in Atem hält,
und nicht nur uns - die ganze Welt!
Kein Fasching und kein Karneval,
kein Tätärä mit lauten Schall.

Das ist schon traurig dieses Jahr:
kein Gaudiwurm, wie's immer war,
kein Gottesdienst mit vielen Narren,
die sonst gekommen gern in Scharen,

kein fröhlich Klatschen, laute Freude,
wo Frohsinn bräuchten alle Leute,
alt und Jung und Groß und Klein -
so wär es gut, so müsst' es sein!

Ich seh zwar „Masken“ überall,
doch ist das hier kein Maskenball.
Stattdessen ist jetzt Abstand wichtig,
und Vorsicht ist nun wirklich richtig!

Und Schritt für Schritt gilt's auszuloten -
ist da der Ernst denn nicht geboten?
Sind in der Kirche überhaupt
Humor und Lachen jetzt erlaubt?

Darfs da 'ne „Büttenpredigt“ geben?
Geht das nicht doch vorbei am Leben?
Klingt das denn nicht nach Blasphemie?
Wer übernimmt die Garantie,

dass ihr die Reime gut versteht
und wirklich ahnt, um was es geht?
Denn Jesu Botschaft ist voll Freude,
und diese wird in dem Gebäude,

in dem wir heut versammelt sind,
uns deutlich werden ganz geschwind.
Das „eu“ im „eu-angelion“,
das steht für „gut“ - das wisst ihr schon.

Und „gut“ heißt „froh“ - das ist bekannt.
Das Evangelium wird genannt
die „Frohe Botschaft“ für die Welt,
in die wir Christen ja gestellt.

Drum müssen wir nicht traurig blicken,
nur Seufzer in den Himmel schicken.
Da dürfen wir auch fröhlich sein.
Gott selber lädt uns dazu ein.

Ihr lieben Christen, hört mir zu!
Lass euch auch heute nicht in Ruh.
Die Büttenpredigt will ich halten,
ihr müsst dazu das Hirn einschalten.

In Reimen werd’ ich wieder dichten,
um so die Botschaft auszurichten,
die Jesus uns gegeben hat,
damit wir geh’n auf Gottes Pfad.

Passt also auf, ihr Herrn und Damen!
Die Predigt folgt in Gottes Namen.
Setz mir mal auf die Narrenmütze,
damit sie mir beim Predigen nütze...!

Nun - reden wir nicht drum herum:
'ne Wucht, dies Evangelium!
Wir wissen schnell, worum es geht,
und ahnen auch, wie’s um uns steht.

So lesen wir bei Markus heute,
wie Jesus einen Mann erfreute,
der fern von allen leben musste,
da man um seine Krankheit wusste.

Er war von Aussatz übersät,
für jede Hoffnung schon zu spät.
Doch eilte er dem Herrn entgegen,
er tat es wohl der Hoffnung wegen.

Er warf sich fromm auf seine Knie
und bettelte so wie noch nie:
„Herr, wenn du willst, kannst du mich heilen,
bevor der Tod mich wird ereilen!“

Der Herr sah ihn voll Mitleid an,
berührte ihn und sagte dann:
„Ich will! Werd' rein, mein lieber Freund,
weil Gott es gut doch mit dir meint!“

Der Aussatz war sofort verschwunden,
der diesen Menschen so geschunden.
Dann sagt der Herr: „Auf Wiedersehn!
Sollst nur noch zu dem Priester gehn.“

Der führte das Gesundheitsamt.
In Reinheitslisten allesamt
Aussatz, Heilung registriert,
exakt, genau und ungeniert.

Wer Aussatz hat und wer geheilt,
entschied nur er, so war's verteilt.
Das war vom Priester die Domäne,
und - wer dann musst in Quarantäne.

Die Lepra ist 'ne Krankheit, klar,
doch schlimmer noch, das ist fürwahr,
von Andern ausgesetzt zu werden.
„Der“ Aussatz ist die Höll' auf Erden!

Doch Jesus gab ihm Liebe, Güte,
dass Freude nun sein Herz durchglühte.
Es gab kein Ausgesetztsein mehr -
dran hatt' genug getragen er.

So konnt’ der Mann denn auch nicht schweigen;
er musste einfach allen zeigen,
dass er gesund geworden war
durch Jesu Wort so wunderbar.

So musste Jesus sich verbergen,
in kleinen Orten, in den Bergen.
Doch kamen dorthin ganze Scharen,
die voll von ihm begeistert waren.

Die Sach’ ist heute umgekehrt:
Der Herr wird öffentlich verehrt.
Doch oft tun wir den Mund nicht auf,
die Botschaft nimmt nicht ihren Lauf.

Stattdessen reden wir von Dingen,
die schlecht und negativ nur klingen.
Die Menschheit ist zu keiner Zeit
vor solcher Infektion gefeit.

Denn Krankheit kann den Körper plagen,
doch sehen wir in diesen Tagen,
dass auch das Hirn sehr krank sein kann,
gefährdet ist da jedermann.

Der Peter Kuhn, der hatte Recht,
als er doch neulich gar nicht schlecht
bei „Frankens Fastnacht“ resumierte -
ich darf fast wörtlich ihn zitieren:

Gar manche tun ihr Hirn verrenken,
sie glauben, kreuz und quer zu denken.
Doch so entstehn ganz ohne Schranken
meist nur noch wirrere Gedanken.

Die Hirngespinste, gleich wie dumm,
die spuken in den Köpfen rum.
Man leugnet immer wieder trist,
was doch ganz offensichtlich ist.

Der Virologe ist ein Depp -
so steht's in diesem World Wide Web,
wo man Verschwörern überhaupt
weit mehr als Wissenschaftlern glaubt.

Das tritt recht häufig in Erscheinung:
Oft wenig Ahnung! Nur die Meinung,
die man so hat, ganz trüb, verschwommen,
nur die, die wird dann ernstgenommen!

Doch schlimmer noch ist die virale,
die Wut- und Zorn- und Hassspirale,
Ein Fake new hier, ein Fake new da,
schon scheint die Katastrophe nah,

weil solch Empörung angeleitet
sich heute rasend schnell verbreitet -
zum Shitstorm wie ein Aerosol,
real zum Sturm aufs Capitol.

Dem klugen Wort, dem stimm ich zu,
und füge auch noch selbst hinzu:
Es fängt stets an mit bösen Worten,
die dann an ganz verschied'nen Orten

zu grausam-bösen Taten werden.
So ist das immer hier auf Erden.
Wer Brände legt in Geist und Sinn,
wer daraus zieht für sich Gewinn,

der wird sich wundern dann am Ende,
wie Täter schaffen selbst die Wende
vom Menschsein zur Unmenschlichkeit,
von Toleranz zur Grausamkeit.

Im Rausch der Mob der Straße ist,
weil Trump sich nicht zu schade ist,
Pandoras Büchse rauszuholen,
als Präsident ganz unverholen

den Freibrief für Gewalt zu geben,
anstatt zu schützen jedes Leben.
Wer zündelt mit der Menschen Wut,
der ist als Präsident nicht gut.

Zum Glück er wurde abgewählt,
das ist das Einzige, was zählt.
Wo's Spaltung gab, Entzweiung nur,
da hoff ich auf Versöhnung pur.

Denn Spalten scheint mir immer leicht,
es braucht nicht lang, bis man's erreicht.
Zusammenführen - das braucht Zeit
und Herzen, die dazu bereit.

Bei manchen Präsidialgestalten
muss man ganz tief die Luft anhalten,
weil sie nur Macht und Einfluss nützen,
um ihre Bürger nicht zu schützen -

nicht vor Corona, nicht vor Lügen;
sie selbst tun ja die Welt betrügen
und reißen Menschen ins Verderben.
Die Armen sind dann meist die Erben,

die sich nicht wehren können halt,
wenn's egoistisch wird und kalt,
weil ausgegrenzt und ausgesetzt
sich keiner mehr dem widersetzt,

dass Menschen über Leichen gehen.
Ich kann das einfach nicht verstehen.
Was sind wir häufig doch für Narren,
dass wir in solchen Trends verharren.

Der Aussatz hat heut andre Namen:
Der Hass, der passt in diesen Rahmen,
Intoleranz, Rechthaberei,
der Mitmensch wird dann einerlei.

Ja, solcher „Aussatz“ soll verschwinden,
das tun wir allen Menschen künden.
Die Zukunft steht noch in den Sternen,
doch heute wollen wir schon lernen,

auf alle Menschen zuzugehen,
ja, grad auf die, die abseits stehen,
die ausgesetzt sind und in Nöten -
die Menschlichkeit geht doch sonst flöten.

Denn alle Menschen zu befreien
und sie zu lehren das Verzeihen,
Jesus kam mit neuem Denken
und wollte wahres Leben schenken.

„Menschen“ sollen wir doch werden;
dazu kam ER doch auf Erden,
dass wir begreifen, was ist richtig,
und dass Gott jeder Mensch gleich wichtig.

Ich fass' für euch noch mal zusammen,
für alle, die zur Messe kamen:
Von Aussatz hat uns Gott befreit,
von Sünde, Tod und allem Leid.

Das sollen wir den Menschen sagen
in guten wie in bösen Tagen.
Wir können darum fröhlich sein,
in frohen Jubel stimmen ein.

In Oscheff hier das Jahresthema,
das kennt inzwischen ja ein jeder:
„Mit Zuversicht...“ - so ist das Wort -
„...in die Zukunft“ hier am Ort.

Und nicht nur hier braucht's Zuversicht,
denn Zuversicht ist Christenpflicht.
So woll'n auch wir in der Pfarrei
Zukunft gestalten - einerlei,

welch Schwierigkeiten uns erwarten.
Es gilt schon bald, gut durchzustarten.
Wenn Abstandregeln nicht mehr gelten,
erschließen sich uns neue Welten.

Geprägt von Hoffnung, Suchen, Fragen,
das Miteinander woll'n wir wagen,
dass keiner ausgesetzt mög' bleiben,
wir unnötig uns nicht zerreiben.

Statt Aktionismus, Hysterie
in dieser schweren Pandemie,
der Weg heraus uns leichter fällt,
wenn etwas andres bei uns zählt:

Mit Hoffnung und mit Zuversicht,
das sag ich heut ganz einfach, schlicht,
wir Schwierigkeiten überwinden -
das wollen wir den Menschen künden.

Drum soll'n in diesen Narrentagen
wir Menschen wirklich Freude wagen,
auch wo Corona diese Welt
noch fest in seinen Fängen hält.

Und wenn euch das nicht möglich ist,
gibt es für euch 'ne neue Frist:
Die Fastenzeit wird Freudenzeit!
Macht eure Herzen dafür weit!

Das sag ich allen - gebt mal Acht! -
die vor- und nach- und quergedacht,
den Guten, Frommen, die fast heilig,
auch denen, die' s nicht haben eilig:

Es gibt doch Grund zur Fröhlichkeit
und noch viel mehr für Menschlichkeit.
Für den, der an den Herrgott glaubt,
ist Lachen jederzeit erlaubt!

Auch wenn wir Priester allenthalben
für uns das letzte Wort behalten,
lad‘ ich euch ein, ihr Herrn und Damen,
ruft ihr das letzte Wort! Sagt: „AMEN!“

Georg Klar, Pfarrer

CORONA Impuls zur Wochenmitte 240221 001

Nicht alle werden an Allerheiligen bei unseren Andachten auf dem Friedhof dabei sein können oder daran teilnehmen wollen.
Für die persönliche Gestaltung eines Totengedenkens zuhause (in der Familie) oder bei einem Besuch auf dem Friedhof hier einige Materialien zum Verwenden!
Egal, wo wir an diesem Tag sein werden oder wo und wie wir unserer Toten gedenken, wir bleiben mit unseren Lieben über den Tod hinaus verbunden.
Ein tröstlicher Gedanke.

Bleibt behütet und gesund!
Ihr und Euer Pfarrer Georg Klar

Allerheiligen - Allerseelen

Allerseelen

Friedhofsgang

Vorschlag aus Bessenbach

Gebet zum Totengedenken

Aus der Apostelgeschichte (16, 12-15)

In jener Zeit gingen wir nach Philippi, eine führende Stadt des Bezirks von Mazedonien. In dieser Stadt hielten wir uns einige Tage auf. Am Sabbat gingen wir durch das Stadttor hinaus an den Fluss, wo wir eine Gebetsstätte vermuteten. Wir setzten uns und sprachen zu den Frauen, die sich eingefunden hatten. Eine Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; sie war eine Gottesfürchtige und der Herr öffnete ihr das Herz, so dass sie den Worten des Paulus aufmerksam lauschte. Als sie und alle, die zu ihrem Haus gehörten, getauft waren, bat sie: Wenn ihr wirklich meint, dass ich zum Glauben an den Herrn gefunden habe, dann kommt in mein Haus und bleibt da!

Aus dem Evangelium nach Markus (9, 2-10)

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgend jemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie; sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

Predigtgedanken

Petrus, Jakobus und Johannes, diese drei nimmt Jesus also mit auf den Berg Tabor, den Berg der Verklärung - nur sie allein, heißt es. Sie waren wohl seine engsten Vertrauten aus dem Kreis der zwölf Apostel und allesamt Männer. Warum, so können wir uns fragen, hat Jesus nicht wenigstens eine Frau mit auf den Berg genommen, an dem es immerhin einen Vorgeschmack gab auf das, was wie ein Moment der Glückseligkeit sein musste für jeden, der diesen besonderen Augenblick miterleben durfte?

Nun, auch Jesus war wohl ein Kind seiner Zeit. Er fühlte sich wohl tatsächlich zuerst nur zu den Angehörigen des Volkes Israel gesandt. Und da stand die Zahl 12 nun einmal für die 12 Stämme Israels. Und diese wiederum standen für alle, zu denen sich Jesus gesandt wusste. Aber Jesus ahnte mit der Zeit, dass seine Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes allen Menschen verkündet werden müsste, diese Botschaft vom Reich Gottes, dessen Keimen und Wachsen all die Menschen ahnen, erspüren und erleben, die fähig sind zu lieben.

Kein Wunder, dass im weiteren Jüngerkreis sich sehr viele Frauen befanden - die einen früher, die anderen später - die auch namentlich genannt werden. Maria etwa, die Mutter Jesu, gehörte dazu, auch Maria, die Frau des Klopas, und natürlich Maria Magdalena, die schon in der frühen Zeit der Kirche „Apostolin“ genannt wurde und die diesen Titel erst durch Papst Franziskus wieder zurück erhielt. Dreimal „Maria“ - kein Wunder also, dass die Bewegung, die zur Zeit wieder von sich Reden macht, den Namen trägt „Maria 2.0“.

Aber auch viele andere Frauen spielten im Leben der ersten christlichen Gemeinden eine wichtige Rolle. In der Lesung etwa wird uns von Lydia berichtet, einer engagierten Frau aus der Stadt Philippi. Der Apostel Paulus ist auf seiner zweiten Missionsreise, die ihn von Asien nach Europa führt, in Philippi, in Mazedonien gelandet. Philippi war eine römische Kolonie mit verschiedenen Religionen, mit Anhängern und Anhängerinnen griechischer, römischer und mazedonischer Kulte.

Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, nennt dabei übrigens all jene, die mit dem jüdischen Glauben sympathisierten, „Gottesfürchtige“. In Philippi stieß Paulus auf eine Gruppe von Frauen, die sich unter freiem Himmel an einem Fluss zum Gebet versammelt hatten. Unter ihnen war auch Lydia. Ihr Name besagt, dass sie aus Lydien stammte, einer Landschaft in Kleinasien, also in der heutigen Türkei. Lydia handelte mit Purpur, dem teuersten Stoff überhaupt. Sie war sicher sehr wohlhabend und als Unternehmerin eine finanziell unabhängige Frau und Herrin im eigenen Haus. Von ihr ging es aus, dass alle im Haus sich taufen ließen. Sie lädt Paulus und seine Begleiter ins Haus ein, zu ihr kommen sie auch nach ihrem Gefängnisaufenthalt, um sich zu verabschieden. Lydia übernimmt hier die Rolle, die in der römischen Familie dem Familienvater zusteht. Sie hat auch die Leitung der neuen christlichen Hausgemeinschaft. In solchen Häusern trafen sich nun die christlichen Verwandten, Nachbarn und Freunde. So entstand Hauskirche, so entstanden kleine christliche Gemeinschaften. 

In Bolivien, dem diesjährigen Schwerpunktland der MISEREOR-Fastenaktion, gibt es wie in allen lateinamerikanischen Ländern schon seit langem solche Basisgemeinden, die ganz oft von Frauen geleitet und koordiniert werden. Die Menschen teilen darin Glauben und Leben miteinander. Da beginnen Menschen, die Befreiungsgeschichten der Bibel ernsthaft ins Leben zu übersetzen. Die Bibel bekommt politische und gesellschaftliche Sprengkraft. Das aber geht nur im Miteinander derjenigen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes von der Bibel anstiften lassen zum Leben, im Miteinander also von Frauen und Männern. Und wer weiß? Heute hätte Jesus wohl auch ein oder zwei Frauen mit auf den Berg der Verklärung genommen. Berührt vom großen Geheimnis der Liebe Gottes, hätten sie dann vielleicht schon früher einen gleichberechtigten Platz in der Kirche erhalten. Aber ich will nicht träumen, sondern lieber mithelfen, dass das endlich nachgeholt wird.

Ihr und Euer Pfarrer Georg Klar 

Noch ein Text zum Nachdenken

Verklärung - der Blick in Gottes Zukunft >>>

In unserer Kirche, im Morgen,
wird das Wort Jesu nicht nur verkündet,
sondern auch gelebt.
Da wird der Mensch,
jeder so, wie er ist, geliebt. 

Da wird getanzt und gelacht und gefeiert.
Da wird das Brot geteilt und das Leid.
Da wird der Wein geteilt und die Freude.

In dieser Kirche, im Morgen,
da siegen Mut und Liebe,
da siegen Barmherzigkeit und Mitgefühl
über Angst und Machtgier,
über Ausgrenzung und Selbstmitleid.

In dieser Kirche, im Morgen,
da sind Frau und Mann,
Kind und Greis, arm und reich,
gebunden und ungebunden,
zusammen und nicht allein.

Willkommen also an jedem Ort
und willkommen in jeder Berufung.
Willkommen als lebendiger Widerschein
von Gottes liebendem Blick…!

Gebete in der Corona-Krise

Klicken Sie hier, um einen „Gottesdienst zum Mitnehmen“ herunterzuladen.

Von Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier)

Jesus, unser Gott und Heiland,
in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt
kommen wir zu Dir und bitten Dich:

für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind
und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und weltweit,
die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;
für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;
für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht,
hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen.
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts,
der Solidarität und der Sorge füreinander.
Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden,
wie wir miteinander in Kontakt bleiben.
Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind,
um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren,
so stärke in uns die Gewissheit,
dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Wir stehen in der Fastenzeit.
In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt,
die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben
und die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott unser Herr, wir bitten Dich:
Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt,
unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern,
indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen,
die uns begegnen, annehmen und uns mit allen Menschen verstehen
als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.

Sei gespriesen in Ewigkeit.

Amen.

 

Von Bischof Hermann Glettler (Innsbruck)

Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.

Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.

Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem - immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.

Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit, offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!

Heilige Maria, Mutter unseres Herrn,
und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes,
bittet für uns.

Amen.

 

Ein kurzes Gebet in der Corona-Krise

“Herr, bleibe bei uns!”

Dieses ganz kurze Gebet kommt aus tiefstem Herzen.

Die Jünger von Emmaus haben diese Worte zu Jesus gesagt,
als er ihnen am Ostertag auf dem Weg von Jerusalem
zurück in ihr Dorf Emmaus begegnete
und mit ihnen über alles sprach, was sie bewegte:
über das Erleben der Kreuzigung,
über die ersten Berichte zur Auferstehung,
über ihre Verzweiflung und ihre Hoffnung.
Sie erkennen den Auferstandenen nicht,
aber weil sie spüren, dass dieser “Fremde” ihr Herz anspricht,
sagen sie zu ihm, als sie in Emmaus ankommen:

“Herr, bleibe bei uns!
Es will Abend werden.
Der Tag hat sich schon geneigt.”

Dieses kurze Gebet könnten auch wir jeden Abend um 19.30 Uhr beten.

 

Zehn Gebote zum Nachdenken und Nachmachen nach Dr. Thorsten Latzel (Frankfurt)

 1. Du sollst deine Mitmenschen lieben,

komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe.

Übe dich in „liebevoller Distanz“.

 

2. Du sollst nicht horten - weder Klopapier noch Nudeln

und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung.

Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gästeklo zu Hause.

 

3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in dir steckt.

Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster,

sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.

 

4. Quarantäne-Zeiten sind Auszeiten.

Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.

Du solltest ruhig auf manches verzichten.

Dafür gewinnst du andere Freiheit hinzu.

 

5. Du sollst keine Panik verbreiten.

Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit.

Gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon.

Deshalb hör auf Fachleute. Da macht man erst mal nichts falsch.

 

6. Du solltest von „den Alten“ lernen.

In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz,

als es noch keine so gute Medizin wie heute gab,

halfen Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen

und durch tätige Fürsorge füreinander.

 

7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken,

die krank werden, leiden oder sterben, und auch die, die um sie trauern.

Sei der Mensch für andere, den du selbst gern um dich hättest.

 

8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen:

Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen.

Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten.

 

9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen.

Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein,

was sie Positives aus dir und anderen herausholt.

 

10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben.

Wenn diese Zeit zum Nachdenken,

zum Lesen und zu Zeit für die Familie führt,

wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.

Vom 23.02.2020

Ihr lieben Schwestern, liebe Brüder,
von hinten komm’ ich heuer wieder
herein in dieses Gotteshaus,
wo ihr stets gehet ein und aus.

Vielleicht verwundert meine Kleidung,
ihr kennt mich anders aus der Zeitung,
als Arzt, als Gärtner, Bauarbeiter,
als Menschenfischer, Mönch - ganz heiter

kam ich auch mehrmals schon als Narr,
wie früher das so üblich war,
denn Narren ist's doch vorenthalten,
uns all'n den Spiegel hinzuhalten.

War öfter schon ein rechter Bengel,
doch heut - komm ich als Friedensengel.
Ihr seht's mir an, bin leicht lädiert,
mein Heil'genschein ist demoliert,

die Federn, Flügel ganz zerzaust,
bin dennoch zu euch hergesaust.
Als Friedensengel hat man's schwer:
am Hass der Welt, da leid ich sehr.

Und  dennoch, liebe Schwestern, Brüder,
die Faschingszeit, die herrscht nun wieder.
Auch wenn in Hanau, ganz beklommen,
man dort der Freud' das Recht genommen,

so demonstriert man deutschlandweit
in diesen Tagen Heiterkeit.
So kam auch unser Bürgermeister,
der Engler Horst, jawohl, so heißt er,

als Nemo-Fisch beim Gaudiwurm.
Es nützte nichts beim Rathaussturm!
Man fing uns beide, Horst - nun gut.
Dir ein Applaus und frohen Mut...!

Ob Fasching, Fastnacht, Karneval,
dahinter steckt doch allzumal
des Menschen Wunsch, trotz vielem Leiden
das Böse aus der Welt zu treiben.

So haben diese tollen Tage
der Welt ganz Wichtiges zu sagen:
Ihr lieben Christen, hört mir zu!
Auch heut' lass ich euch nicht in Ruh.

In Reimen werd’ ich wieder dichten,
um so die Botschaft auszurichten,
die Jesus uns gegeben hat,
damit wir geh’n auf Gottes Pfad.

In Oscheff hier das Jahresthema,
das kennt inzwischen doch ein jeder:
Die „Herzenssache Mainaschaff“,
die weckt uns all aus unserm Schlaf.

Denn wenn das Herz wird hart wie Stein,
dann wird es uns nicht möglich sein,
Gemeinschaft hier am Ort zu leben,
dann wird die Welt von Hass erbeben.

Am Mittwoch haben wir's gesehen,
welch Dinge können dann geschehen.
Wenn wir nicht wach durchs Leben wandeln,
bestimmen Andre unser Handeln.

Ja, wach zu sein ist Christenpflicht,
dass böse Geister haben nicht
am End' die Überhand gewonnen,
und zwischen Fingern uns zerronnen

die Herzlichkeit, Großzügigkeit,
die Toleranz und Menschlichkeit.
Wo Menschen Hass und Feindschaft schüren,
da gilt's beizeiten sich zu wehren,

da müssen wir zusammenstehen
einander helfen hinzusehen,
dass wir gemeinsam Sorge tragen,
dass keiner muss vor Angst verzagen.

Drum reden wir nicht drum herum -
'ne Wucht, dies Evangelium!
Wir wissen schnell, worum es geht,
und ahnen auch, wie’s um uns steht.

Wir sollen unsre Feinde lieben,
nicht nur die Nächstenliebe üben.
Den Feind zu lieben - ist das möglich?
Ist dies Bemühen nicht vergeblich?

Ist das nicht ein Verrat am Guten,
wenn wie in Hanau Menschen bluten?
Muss man nicht bieten seine Stirn,
wenn da ein Mann mit krankem Hirn

elf Menschen tötet, hasserfüllt,
und wenn die braune Menge brüllt,
dass die Migranten sind selbst schuld?
Das überfordert die Geduld!

Wie viel Verblendung gibt es doch!
Sie gab es immer - jetzt jedoch
ist wieder mal ein Maß erreicht,
dass mir das Herz wird schwer, nicht leicht.

Statt wie in Hanau Tod und Schrecken,
die rechten bösen Geister wecken,
da woll'n wir lieber hier auf Erden
einander doch zum Segen werden.

Doch meint die Feindesliebe auch:
dahinterschaun - ein guter Brauch -
ich frage mich, nun gebt mal acht:
wer hat den Feind zum Feind gemacht?

Wer ist ins Hirn da eingedrungen?
Welch' Teufel hat den Mann gezwungen,
so blind und grausam dort zu handeln,
statt menschlich durch die Welt zu wandeln?

Ich glaub', der Grund, der liegt viel tiefer,
der liegt im rechten Ungeziefer.
Verzeiht mir dieses harte Wort,
doch muss erlaubt sein hier am Ort,

die Ding' beim Namen mal zu nennen
Denn die durch unsere Straßen rennen,
die blind für Mensch und Menschlichkeit,
verlieren die Barmherzigkeit,

und töten dann, erschießen noch
die Mutter und sich selbst - jedoch:
die haben's letztlich nicht erdacht,
zu Tätern wurden sie gemacht.

Denn hinter jedem Missetäter,
das weiß inzwischen doch ein jeder,
da stehen andre, die verführen
zum Hass durch feige Hintertüren.  

Der Till von Mainz, der hatte Recht,
als er am Freitag gar nicht schlecht
bei „Mainz bleibt Mainz“ tut resumieren -
ich darf fast wörtlich ihn zitieren:

„Und wo ich immer mehr erschrecke,
das sind die Reden von Björn Höcke.
Denn wenn ich schließ die Augenlider,
hör ich die alten Nazis wieder.

Wo man Moscheen gar beschießt
und Judenhetze wieder sprießt.
Man wird’s ja wohl noch sagen können,
doch gilt's die Urheber zu nennen.

Die AFD, Rechtspopulisten,
den Gauland, den Nationalisten,
sein „Vogelschiss“ der gift'ge Mist
von Erfurt und von Hanau ist.“

Dem klugen Wort, dem stimm ich zu,
und füge auch noch selbst hinzu:
Es fängt stets an mit bösen Worten,
die dann an ganz verschied'nen Orten

zu grausam-bösen Taten werden.
So ist das immer hier auf Erden.
Wer Brände legt in Geist und Sinn,
wer daraus zieht für sich Gewinn,

der wird sich wundern dann am Ende,
wie Täter schaffen selbst die Wende
vom Menschsein zur Unmenschlichkeit,
von Toleranz zur Grausamkeit.

Ja, bei der AFD gibt's Menschen,
die lieber andre ganz ausgrenzen.
Sie schüren Ängste und verführen,
weil sie schon „Überfremdung“ spüren.

Das christlich Abendland zu retten,
sei'n sie gekommen. Doch wetten?
Wenn unsre Kirch' mal Hilfe braucht,
dann sind sie ganz schnell abgetaucht.

Die Kirche soll kein Geld bekommen,
drum ruf ich zu all unsern Frommen:
Ihr solltet gut euch überlegen,
wem ihr im März die Stimm' wollt geben!

Ich misch bei Wahlen mich nicht ein,
doch dieses offne Wort muss sein!
Die Uhr hat fünf vor zwölf geschlagen,
drum will ich es ganz offen sagen:

Wer wählt die Rechten aus Protest,
um abzustrafen nur den Rest,
der muss ab heut sich überlegen,
wes Geist er da die Hand gegeben.

Wir merken doch, wer mitmarschiert
und welcher Ungeist da regiert.
Intoleranz, Hartherzigkeit
und auch die Fremdenfeindlichkeit,

dem standzuhalten obendrein,
darf man nicht wischi-waschi sein.
Bei Hass und Hetze - mit Verlaub -
da hört die Meinungsfreiheit auf.

Doch Vorsicht, Georg, sag ich mir,
Besonnenheit ist eine Zier.
Denn auch in unsrer Kirche - nein -
da ist nicht alles gut und fein.

Du, Papst Franziskus, Freund und Bruder,
seit sieben Jahr'n bist du am Ruder
des Schiffleins, das sich Kirche nennt.
Du führst es gut und kompetent

durch diese turbulenten Zeiten -
und eines kann man nicht bestreiten:
Du lässt dir auch bei Sturm und Wellen
Humor und Freude nicht vergällen.

Seit du im Amt bist, schwärmst du schon
von deiner Kirchenvision,
und willst in eindrucksvollen Bildern
uns deine Vorstellungen schildern:

So wie ein Lazarett im Feld
siehst du die Kirche in der Welt.
Sie soll die vielen Wunden heilen
und stets das Schicksal derer teilen,

die sich im Lebenskampf verletzen,
soll sich bewusst zu denen setzen,
die krank sind und auf Hilfe hoffen,
ganz einfühlsam und gut und offen.

Gerade diese Offenheit
erwartest du nicht nur im Leid.
Sie muss das Markenzeichen sein
für unsre Kirche allgemein.

Du nennst sie gern ein Haus mit Türen,
die alle in die Freiheit führen.
Die Kirche, die sich das nicht traut,
die hohe Mauern um sich baut,

die liegt - meinst du - gewaltig schief,
erstickt an ihrem eignen Mief.
Natürlich siehst du auch ganz klar:
Da draußen lauert die Gefahr.

Wer auf die Straße geht, riskiert,
dass ihm im Freien was passiert,
dass er dort einen Unfall baut.
Doch dir sei - sagst du oft und laut -

eine verbeulte Kirche lieber,
als eine, die die schweren Schieber
an ihren Toren fest verschließt,
und sich das Leben selbst vermiest.

Den Aufbruch und ganz viel Bewegung
willst du - statt Christen ohne Regung,
die keinen Schritt zum andern wagen,
und nur die böse Welt beklagen.

Franziskus, das tut wirklich gut,
dass du mit Phantasie und Mut
uns neue Kirchenbilder schenkst,
und nicht in alten Bahnen denkst,

dass du ganz frische Worte findest,
verbrauchte Floskeln überwindest.
Doch nun scheint deine Kraft zerrieben.
Wo ist denn nur dein Mut geblieben?

Denn jetzt, dein Amazonas-Schreiben
das blieb doch wirklich sehr bescheiden.
Ja, auch für Päpste scheint es schwer,
den Feind zu lieben, der kommt quer,

wenn Gegenwind weht ins Gesicht.
Ich will nicht, dass dein Mut zerbricht
am Widerstand von Gerhard Müller,
von Rainer Wölki und, noch schlimmer,

von alten Papst, dem Benedikt,
der Bücher auf den Markt nun schickt,
um die Reformen aufzuhalten
dass möglichst alles bleibt beim Alten.

Doch von den übertrieben Frommen
kann keine frohe Botschaft kommen!
Es braucht jetzt Mut, Entschiedenheit,
Veränderung und neue Zeit.

Am Zölibat starr festzuhalten,
an vielem Überkommnen, Alten -
das hilft der Kirche doch nicht viel,
Erneuerung ist unser Ziel.

Drum sei, Franziskus, heut gesagt,
aus Liebe sei mein Wort gewagt:
Mein Wunsch an dich ist: Bleib dir treu!
Denn das ist mir nicht einerlei!

Geh deinen Weg beharrlich weiter,
und suche dir genügend Streiter,
die mutig deinen Traum verfechten -
von einer ehrlichen und echten

und armen Kirche, die sich gern
bewegt auf Spuren ihres Herrn.
Du sollst auch deine Feinde lieben,
doch nirgendwo steht da geschrieben,

dass man zu allem Ja und Amen
zu sagen hat in Gottes Namen.
Vielmehr auf Hoffnung wir jetzt setzen.
Du wirst uns sicher nicht verpetzen,

wenn nun auch wir den Weg gehn weiter,
entschieden und gelassen-heiter,
den Weg der Liebe und der Güte,
die uns beschützt - und Gott verhüte,

dass wir in Ängstlichkeit verfallen.
Wir öffnen unsre Türen allen,
die Freiheit suchen und den Frieden,
den Jesus uns doch all beschieden.

Kein Aug um Aug, kein Zahn für Zahn,
keine Vergeltung - das macht lahm.
Stattdessen wollen wir vergeben,
mit Güte eine Antwort geben.

Drum wenn in diesen Narrentagen
die Menschen helle Freude wagen,
wo oft das Böse diese Welt
so fest in seinen Fängen hält,

dann gibt’s doch Grund für Fröhlichkeit
und noch viel mehr für Menschlichkeit.
Die Freude ist es, die sich regt
und Kirche in die Zukunft trägt.

Das sollten wir den Menschen sagen
in guten wie in bösen Tagen.
Mit einer solchen Zuversicht
heb ich voll Hoffnung das Gesicht,

will mit euch allen fröhlich sein,
als Friedensengel stimm ich ein:
Der Frieden lässt sich nie erzwingen,
doch mit viel Menschlichkeit erringen.

Die Priester, Pfarrer allenthalben
woll'n gern das letzte Wort behalten,
doch ich lad‘ ein, ihr Herrn und Damen,
ruft ihr das letzte Wort! Sagt: „AMEN!“

 Georg Klar, Pfarrer

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